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eview: Fable
& Fiends: The Legend of Kyrandia - Book One
Entwickler: Westwood Studios
Vertrieb: Virgin Interactive
Erschienen: 1992
Bereits vor ihrem
großen Durchbruch mit dem Echtzeitstrategiespiel "Command & Conquer", welches
dieses Genre erst so richtig populär machte, und auch vor dem
Fantasy-Rollenspiel "Lands of Lore" hatten die Westwood Studios sich bereits
einen Namen in der Adventure-Szene erarbeitet. Mit dem 1992 erschienenden Titel
"The Legend of Kyrandia" betrat man eine zauberhafte Märchenwelt, welche, von
der künstlerischen Gestaltung sowie von der zur Stimmung passenden Musik- und
Sounduntermalung, einen wochenlang vor dem Bildschirm fesselte.
Handlung
Das Spiel beginnt auf
der idyllischen Insel Kyrandia, auf der der böse Hofnarr Malcolm sein Unwesen
treibt. Vor vielen Jahrenermordete er
heimtückisch den König William und dessen Gattin, um selbst über Kyrandia
regieren zu können. Sein Plan wurde jedoch von den königlichen Mystikern
vereitelt, welche ihn ins Schloss sperrten, ein magisches Siegel erschufen und
somit verhinderten, dass Malcolm das Schloss wieder verlassen konnte. Kallak,
der Anführer der Mystiker, fürchtete um die Sicherheit seines Enkelsohns Brandon
(Thronerbe) und beschloss, das Gebiet zu verlassen und ihn in einem weit
entfernten Baumhaus nahe der Timbermist-Wälder großzuziehen. 18 Jahre später
gelang es Malcolm aus seinem Kerker zu entkommen und er schwor Rache. Er
versteinerte Kallak und beschloss, Kyrandia zu zerstören. Jetzt hängt das
Schicksal ganz allein von Brandon ab...
Steuerung, Grafik und Musik
Die Steuerung basiert
auf einer sehr einfachen Point-and-Click-Methode. Kein typisches SCUMM (Script
Creating Utility for Maniac Mansion) mit Befehlsverben (Nimm, Benutze, Gehe
zu,...), wie sie die gleichaltrigen LucasArts-Adventures nutzten,wie sie die
gleichaltrigen LucasArts-Adventures nutzten, sondern einfach nur der Mauszeiger und das Inventar. Mit einem Klick auf einen Gegenstand entscheidet Brandon
selbständig, ob er ihn nehmen, öffnen oder benutzen soll. Erschwerend kommt hier
aber hinzu, das der Spieler die Hotspots selber finden muss und diese nicht beim
überfahren mit der Maus angezeigt bekommt. Die Grafik war für damalige
Verhältnisse atemberaubend. Jedes Bild der über 100 verschiedenen Orte wurde von
Hand gezeichnet. Die einzelnen Screens sind streckenweise abwechslungsreich und
mit schönen Animationen versehen. Die Musik erzeugt die passende Stimmung für
den jeweiligen Abschnitt. So erklingt zum Beispiel in der Grotte eine
geheimnisvolle und in den Wäldern eine fröhliche Melodie.
Die Rätsel
Die Rätsel in
Kyrandia sind logisch und durchdacht. Die meiste Zeit verbringt der Spieler
jedoch damit, die Gegenstände zu finden und sie richtig zu benutzen. Hinzu
kommt, dass das Inventar auf zehn Plätze beschränkt ist und man sich so gut
überlegen muss, welches Utensil man mitnimmt. Man kann aber überall Gegenstände
ablegen und sie später dort wieder aufnehmen. Neben dem Inventar existiert auch
noch ein Amulett mit vier magischen Steinen, die auch benutzt werden müssen, um
die Handlung weiter voran zu treiben. Das am meisten gehasste Rätsel ist das
Labyrinth in der Schlangengrotte. In diesem Irrgarten ist es stockfinster,
vereinzelt stehen Büsche mit leuchtenden Feuerbeeren herum, die dazu verwendet
werden können, die Räume auszuleuchten. Jedoch halten diese Beeren nur 3 Screens
lang, bevor sie verglühen. Steht man dann plötzlich in einem dunklen Raum wird
man von Monstern angegriffen und muss neu laden. Es empfiehlt sich auf jeden
Fall eine Karte vom Labyrinth anzufertigen, da man sonst kaum eine Chance hat.
Schade ist, dass man sich in diesem Adventure auch verrennen kann. Vergisst man
zum Beispiel am Ende, vor dem Flug zur Dunklen Insel, die Orchidee mitzunehmen,
erhält man nicht die letzte Fähigkeit vom Zauberamulett und man kommt im Spiel
nicht weiter. Es empfiehlt sich also häufig zu speichern.
Fazit
"The Legend of
Kyrandia" überzeugt durch die fesselnde Handlung und der schönen Grafik. Die
Musik vermittelt die perfekte Stimmung und ermöglicht dem Spieler, die Welt von
Kyrandia mitzuerleben. Die Rätsel sind für fortgeschrittene Adventurespieler
relativ einfach, jedoch für Neueinsteiger genau richtig. Die tollpatschige Art
von Brandon, wie er von einem Extrem ins Andere stolpert, frischt die Handlung
etwas auf und zaubert einem so manches Mal ein Lächeln ins Gesicht. Alles in
allem ist "The Legend of Kyrandia" eines meiner absoluten Lieblingsspiele und
besonders für Fantasy-Fans ein wahrer Leckerbissen.
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